beA: Wie soll ich Dich empfangen?

Passend zu Weihnachten hat die Bundesrechtsanwaltskammer eine fette Bruchlandung mit dem besonderen elektronischen Anwaltspostfach „beA“ hingelegt. Lange geplant, im Stile des Berliner Flughafens mehrfach verschoben und nun mit scheunentorgroßen Sicherheitslücken hat man nach einem zweifelhaften Zertifikateaustausch und dessen Widerruf die Reißleine gezogen und das Postfach vom Netz genommen. Ab dem 01.01.2018 müssen Anwälte ihr Postfach „passiv“ nutzen, sieht es die Berufsordnung vor, d.h. nachschauen, ob dort Post eingegangen ist. Daraus wird nun erstmal nichts, denn wegen der nicht garantierten Sicherheit ist beA erstmal gesperrt. Nach Stuttgart21, dem BER nun BEA. Was ist eigentlich los mit diesem Land?

Seit zwei Wochen habe ich eine Plastikkarte, die sogenannte Signaturkarte, den Schlüssel zum Postfach. Das Kartenlesegerät wurde bis heute nicht geliefert. Das Anwaltspostfach ist vom Netz genommen worden, die Karte daher unbrauchbar. Passend bucht mir die Bundesrechtsanwaltskammer heute die Jahresgebühr für eine Dienstleistung vom Konto ab, die sie nach eigenen Presseveröffentlichungen derzeit gar nicht anbieten kann.

Derweil lacht sich die Anwaltschaft schlapp über die Stümperei und twittert unter dem Hashtag #beAsongs passende Lieder zum Desaster ihrer Berufsorganisation.

Ich steuere Johann Sebastian Bach bei:

BeA, wie soll ich Dich empfangen?

Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn ich dir,
o aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier?

Posted from Munich, Bavaria, Germany.

RALupo

Christian Wolf blogt und betreibt seit einer Ewigkeit andere-ansicht.de und ist als Rechtsanwalt in Frankfurt am Main tätig

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